Auf den ersten Blick könnte die Wahl fast per Münzwurf fallen.
Auf der einen Seite das Cube Nuroad C:62 EXC, gelistet für 3.499 €. Auf der anderen das Van Rysel EDR-G CF SRAM Force, verkauft für 3.199,99 €.
Zwei Carbon-Gravelbikes. Zwei SRAM Force XPLR AXS Gruppen mit 13 Gängen. Zwei Carbon-Laufradsätze. Dieselben Schwalbe G-One R Pro Reifen in 45 mm. Dieselbe angegebene maximale Reifenfreiheit von 50 mm. Und zwei Preise, die so manche Produktseite weit über 5.000 € nervös machen.
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Das Duell wirkt eng. Ist es auch. Aber nachdem wir beide Plattformen kürzlich gefahren sind – insbesondere beim kompletten Test des Cube Nuroad C:62 EXC und beim Erstkontakt mit dem Van Rysel EDR-G – zeigen sich einige Unterschiede.
Keine riesigen Unterschiede. Kein Grund, ein radikales Gravel-Race-Bike einem als Maultier beladenen Abenteuerrad entgegenzustellen. Aber genug, um die Wahl je nach Ihrer Praxis zu lenken.
Zwei Datenblätter, die zu diesem Preis fast unanständig wirken
Das Cube Nuroad C:62 EXC bekommt die SRAM Force XPLR AXS E1 als 1×13 mit einem 42er Kettenblatt und einer 10-46 Kassette. Der Aufbau ergänzt Carbon-Laufräder Newmen Advanced G.34, Schwalbe G-One R Pro Reifen in 45 mm, eine Carbon-Sattelstütze, ein Carbon-Cockpit und sogar ein im SRAM-Force-Kurbelsatz integriertes Powermeter – bei einem gemessenen Gewicht von etwa 8,3 kg.
Bei Van Rysel setzt das EDR-G CF SRAM Force auf dieselbe Antriebsbasis: SRAM Force XPLR AXS mit 13 Gängen, Kassette 10-46, Schwalbe G-One R Pro Reifen in 45 mm und VR32 Gravel Carbon-Laufräder. Der Carbonrahmen wird mit 1.100 g angegeben, das Komplettrad mit 8,8 kg.
Preis: 3.199,99 €.
| Cube Nuroad C:62 EXC | Van Rysel EDR-G Force | |
|---|---|---|
| Prix | 3 499 € | 3 199,99 € |
| Transmission | SRAM Force XPLR AXS 1x13 | SRAM Force XPLR AXS 1x13 |
| Roues | Newmen Advanced G.34 carbone | VR32 Gravel carbone |
| Pneus | Schwalbe G-One R Pro 45 mm | Schwalbe G-One R Pro 45 mm |
| Dégagement | Jusqu’à 50 mm | Jusqu’à 50 mm |
| Poids | 8,2 kg | 8,8 kg |
| Stockage intégré | Non | Oui |
| Capteur de puissance | Oui | Non |
Gleiche Familie, nicht exakt derselbe Charakter
Beide Räder zielen auf eine sehr ähnliche Nutzung: vielseitiges Carbon-Gravel, schnell auf rollenden Pisten, auf der Straße weiterhin angenehm, ausreichend dämpfend für mehrere Stunden im Sattel und modern genug, um Reifen bis 50 mm aufzunehmen.
Keines der beiden will ein reines Gravel-Race-Bike werden. Keines kippt dabei ins Expeditionsrad.
Die Nuance liegt woanders: darin, wie sie wieder anziehen, die Geschwindigkeit halten, den Untergrund filtern und dem Fahrer Vertrauen vermitteln.
Das Cube behält eine klar sportliche Seite
Das Nuroad C:62 EXC überrascht, weil sein Geometrieblatt kein besonders nervöses Rad verspricht. Der Radstand bleibt großzügig, die Kettenstreben messen je nach Größe 440 bis 442 mm, und das Gesamtbild könnte auf ein sehr gesetztes Fahrverhalten schließen lassen.
Auf der Strecke zeigt sich das Rad lebendiger als erwartet.
Die Front lässt sich leicht platzieren, die Lenkung bleibt geschmeidig, und der Rahmen reagiert gut, wenn man wieder antreten muss. Es ist kein ultrasteifes Bike, das jedes Watt mit Brutalität zurückgibt. Es ist interessanter: Es beschleunigt, ohne fordernd zu werden.
Die Newmen Advanced G.34 Laufräder tragen zu diesem Eindruck bei. Ihr relativ niedriges Profil liefert nicht den Aero-Effekt eines hoch bauenden Carbon-Laufradsatzes, sie bleiben aber leichtfüßig, wenn das Terrain kurvig, technisch oder unregelmäßig wird.
Wahrscheinlich markiert das Cube hier seinen Unterschied: Es bleibt komfortabel, behält aber eine kleine Spritzigkeit, die Lust macht, mit dem Terrain zu spielen.
Das Van Rysel macht auf Dauer noch mehr Vertrauen
Das EDR-G hinterlässt einen anderen Eindruck. Die Probefahrt über etwa 60 km mit mehr als 1.200 Höhenmetern ersetzt keinen Langzeittest. Aber sie reicht, um das Programm des Rads zu verstehen.
Das Van Rysel ist gutmütig. Sehr gutmütig sogar.
Die Front bleibt präzise genug, um das Rad sauber zu platzieren, aber der relativ lange Radstand verleiht viel Stabilität, wenn die Geschwindigkeit steigt oder der Untergrund schlechter wird. Es versucht nicht, seinen Fahrer zu überraschen. Es vermittelt vielmehr eine Form der Ruhe.
Die Sitzposition geht in dieselbe Richtung: natürlich, zugänglich, weniger aggressiv als bei manchen aktuellen Gravelbikes. Das EDR-G will lange fahren, ohne unnötig zu ermüden, statt die rennmäßigste Haltung zu suchen.
Kleine Einschränkung, die man im Kopf behalten sollte: Die erste Fahrt betraf eine GRX-Version mit Alu-Laufrädern. Die hier verglichene Force-Variante kommt mit VR32 Gravel Carbon-Laufrädern. Diese sollten logisch mehr Direktheit bringen, werden den Grundcharakter des Rahmens aber nicht komplett verändern.
Komfort: keine falsche Wahl, aber eine Nuance
Das Cube könnte mit seiner dynamischeren Seite Respekt einflößen. In Wirklichkeit bleibt es sehr komfortabel.
Die 27,2-mm-Carbon-Sattelstütze arbeitet ordentlich, die 45-mm-Reifen filtern bereits viel, und die Newmen-Laufräder vermitteln nicht den Eindruck trockener Steifigkeit, der manchen Carbon-Laufrädern nachgesagt wird. Selbst das integrierte Cockpit bleibt gut fahrbar: Die Front ist nicht blockiert.
Das Van Rysel treibt diese Endurance-Logik einfach noch etwas weiter.
Auf der ersten Ausfahrt ließ das Rad trotz fordernder Strecke einen frischen Abschluss zu. Das ist kein endgültiges Urteil über 200 oder 300 km, passt aber gut zu seiner Positionierung: ein stabiles, komfortables Gravelbike, das darauf ausgelegt ist, Ermüdung zu begrenzen.
Wenn Ihre Praxis vor allem aus langen Ausfahrten, Gravel-Brevets, Tagen mit vielen Höhenmetern oder Touren besteht, bei denen man gern frisch nach Hause kommt, hat das Van Rysel einen leichten Vorteil.
Leicht, wirklich. Das Cube ist nicht hart. Es ist nur etwas lebhafter.
Der integrierte Stauraum verändert den Alltag
Das ist ein deutlich größerer Unterschied.
Das Cube Nuroad C:62 bietet keinen internen Stauraum im Rahmen. Cube kompensiert mit einer auf dem Oberrohr verschraubten ACID Pack Pro Tasche mit 0,7 Litern. Sie ist stabil, sauber integriert und ausreichend, um einen Schlauch, etwas Werkzeug oder Verpflegung mitzunehmen.
Das funktioniert gut. Aber es ist nicht dieselbe Philosophie.
Das Van Rysel EDR-G integriert eine Klappe am Unterrohr mit Zugang zu einem Staufach. Vor allem wird das Rad mit einem kompletten Kit geliefert: TPU-Schlauch, Multitool, Minipumpe und zwei Reifenheber. Das Set wiegt 260 g.
Das ist die Art Detail, die man beim Lesen eines Datenblatts unterschätzt. In der Praxis ist es sehr praktisch. Man montiert das Kit, vergisst fast die Satteltasche, und das Rad bleibt aufgeräumt.
Der Powermeter verkompliziert das Preisduell
Van Rysel gewinnt bei der ersten Preisbetrachtung: 3.199,99 € gegenüber 3.499 €.
Aber das Cube bringt ab Werk einen Powermeter an der SRAM-Force-Kurbel mit. Für einen Fahrer, der nie mit Watt trainiert, bleibt der Nutzen begrenzt. Für jemanden, der Veranstaltungen vorbereitet, seine Belastung auf langen Ausfahrten steuert oder seine Eindrücke einfach objektivieren möchte, ist das ein echter Pluspunkt.
Und wenn man Powermeter, integriertes Carbon-Cockpit, Newmen-Laufräder und das niedrigere Gewicht addiert, lassen sich die 300 € Differenz leicht verteidigen.
Das Van Rysel bleibt günstiger. Das Cube ist deshalb nicht schlechter platziert.
Genau das ist das Problem dieses Vergleichs: Beide Räder sind sehr offensiv kalkuliert, aber nicht auf dieselbe Art.
Welches passt zum französischen Gravel?
Diese beiden Räder haben einen recht angenehmen gemeinsamen Punkt: Sie versuchen nicht, imaginäre Probleme zu lösen.
Sie sind schnell auf Schotterpisten. Sie bleiben auf der Straße angenehm. Sie nehmen breite Reifen auf. Sie verkraften schon recht grobe Wege. Und sie erzwingen keine Wettkampfposition für einen Fahrer, der einfach vier oder fünf Stunden mit Tempo fahren möchte.
Wahrscheinlich passen sie deshalb gut zum französischen Gravel-Mix: eine Mischung aus kleinen Straßen, Wirtschaftswegen, rollenden Pisten, ruppigen Stücken, Antritten und langen Übergängen.
Das Cube spricht eher den Fahrer an, der gern beschleunigt, wieder antritt, ein leichtes Rad spürt und sich eine sportliche Reserve bewahrt.
Das Van Rysel spricht eher denjenigen an, der ein stabiles, komfortables Rad will, gut durchdacht für die Autarkie, mit sauberem Stauraum und einer weniger fordernden Position.
Muss man zwingend die Versionen über 3.000 € wählen?
Nicht zwingend.
Bei Van Rysel umfasst die EDR-G Reihe unter anderem eine mechanische Shimano-GRX-Version für 2.199 €, diese SRAM Force XPLR AXS Variante mit Carbon-Laufrädern für 3.199,99 € und eine Ausführung mit RockShox Rudy Federgabel für 3.499 €.
Die GRX-Version kann für viele Radfahrer die rationalste sein. Die Force wird interessant, wenn man unbedingt Elektronik, Carbon-Laufräder und einen sehr hochwertigen Aufbau möchte. Die Rudy zielt eher auf diejenigen, die häufig auf ruppigem Terrain unterwegs sind.
Bei Cube ist die Nuroad C:62 Familie breiter, mit mehreren Aufbauten rund um denselben Rahmen. Das C:62 EXC behält eine sehr starke Positionierung: Force XPLR, Carbon-Laufräder, Carbon-Cockpit, Powermeter und niedriges Gewicht für 3.499 €.
In beiden Fällen sollte man vor allem vermeiden, einfach die teuerste Version zu wählen, nur weil es sie gibt. Die richtige Ausstattung ist die, die zu Ihren Strecken, Ihrer Fahrweise und Ihrem Anspruch an die Ausrüstung passt.
Die logischste Wahl je nach Einsatz
Wenn Sie ein vielseitiges Carbon-Gravelbike suchen, komfortabel, aber mit echtem sportlichem Temperament, hat das Cube Nuroad C:62 EXC starke Argumente. Es ist leichter, lebendiger, wird mit Powermeter geliefert, und seine Ausstattung rechtfertigt die 300 € Aufpreis problemlos.
Wenn Ihre Priorität Komfort, Stabilität, lange Distanzen und einfache Handhabung ist, ist das Van Rysel EDR-G Force schwer zu ignorieren. Sein integrierter Stauraum ist besser durchdacht, sein Preis bleibt niedriger und seine Endurance-Philosophie ist sehr klar.
Das Cube wäre unsere Wahl für eine sportliche, gleichzeitig vielseitige Nutzung.
Das Van Rysel wäre die natürlichere Wahl für eine stärker auf Ausdauer, Autarkie und lange Tage ausgerichtete Nutzung.
Es gibt hier keinen offensichtlichen Verlierer. Eher zwei unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Wie bringt man ein sehr gut ausgestattetes Carbon-Gravelbike um die 3.000 € auf den Markt, ohne den Eindruck zu erwecken, an der falschen Stelle gespart zu haben?
Und genau damit senden Cube wie Van Rysel eine ziemlich klare Botschaft an den Rest des Marktes.