Das Gravel-Race verändert weiterhin sein Gesicht. Factor hat soeben das Elara vorgestellt – ein Bike, das die von einem Teil des Marktes eingeschlagene Richtung deutlich weiterführt: mehr Aero, mehr Integration und deutlich voluminösere Reifen.
Das ist kein Adventure-Gravelbike im Renn-Look. Factor ordnet es einer sehr klaren Kategorie zu: schnellen, anspruchsvollen Gravel-Rennen, bei denen man auf ruppigem Terrain die Geschwindigkeit halten will. Das Elara wurde übrigens schon seit mehreren Monaten bei einigen Veranstaltungen gesichtet, unter anderem gefahren von Romain Bardet.
🚀 Kurz zusammengefasst:
Neues Factor Gravel-Race, inspiriert von den Aero-Rennradplattformen der Marke
Angekündigte Reifenfreiheit bis 57 mm im 1x-Aufbau
Monocoque-Rahmen unter 1 100 g in lackierter Größe M
Factor beschreibt das Elara als sein am stärksten auf Geschwindigkeit ausgerichtetes Gravelbike. Die Verwandtschaft zum Factor ONE, dem Aero-Rennrad der Marke, ist klar erkennbar: tiefe Gabel, schlankes Steuerrohr, weitgehende Integration, einteiliges Black Inc AB07-Cockpit und angekündigte aerodynamische Feinarbeit am vorderen Rahmendreieck.
Die Marke gibt 5 bis 8 % weniger Widerstand gegenüber dem Ostro Gravel an, validiert per CFD-Analyse mit Gravel-Reifen zwischen 45 und 57 mm. Wie immer bei solchen Zahlen gilt: als Entwicklungsindikator verstehen, nicht als Garantie für eingesparte Sekunden bei allen Fahrern.
Die Ausrichtung ist klar. Während das Factor Ostro Gravel bereits eine sehr straßenorientierte Interpretation von leistungsfähigem Gravel verkörperte, scheint das Elara die Race-Spezialisierung noch weiter zu treiben.
Die markanteste Zahl bleibt die angegebene Reifenfreiheit: bis zu 57 mm beziehungsweise 2,2 Zoll, vorn wie hinten, im 1x-Aufbau. Für ein Bike, das als schnell und aero positioniert ist, ist das viel. Wirklich viel.
Laut Factor basiert diese Entscheidung auf dem Feedback seiner Fahrer, unter anderem von Magnus Bak Klaris, Sieger der Gravel Earth Series 2025. Die Idee ist nicht, das Rad im Sinne von Tourenkomfort bequemer zu machen, sondern bei hartem, ruppigem oder tückischem Untergrund das Tempo besser halten zu können.
Das ist eine grundsätzliche Tendenz. Das Gravel-Race ist längst nicht mehr nur ein Rennrad mit Stollenreifen. Schnelle, aber stark beanspruchte Kurse erfordern größere Reifenquerschnitte – weniger zum Bummeln, sondern um Stöße zu mindern, das Pannenrisiko zu reduzieren und den Vortrieb auf rauem Untergrund zu erhalten.
In der Factor-Palette ordnet das Elara sich oberhalb des Aluto ein, das mit seiner großzügigen Reifenfreiheit und der Ausrichtung auf schnelles Gravel zwar ebenfalls sehr modern ist, aber in der reinen Race-Ansprache weniger extrem.
Noch vor wenigen Jahren hätte die Kombination aus tiefer Aero-Gabel und 57-mm-Reifen widersprüchlich gewirkt. Heute fasst das beinahe das High-End-Wettkampf-Gravel zusammen.
Factor steht zu diesem Crossover. Das Elara übernimmt Formen, die von den Programmen ONE und OSTRO VAM inspiriert sind: eine ausgeprägt profilierte Carbon-Gabel, ein in Sanduhrform gearbeitetes Steuerrohr und sauberere Übergänge rund um das Unterrohr und die Bereiche der Flaschenhalter.
Außerdem nennt die Marke einen lackierten Monocoque-Rahmen mit wenniger als 1 100 g in Größe M – leichter als sein Vorgänger und mit höherer Steifigkeit im Tretlager- und Steuerrohrbereich. Das Tretlager bleibt beim T47A-Standard mit innenliegendem Gewinde, eine eher beruhigende Wahl bei einem so stark integrierten Rad.
Interessant ist, dass Factor den dicken Reifen nicht als Adventure-Argument verkauft. Hier dient das Volumen der Geschwindigkeit. Genau das beobachten wir seit einiger Zeit am Markt und hatten es bereits in unserem Beitrag zu den Gravel-Race-Trends auf den ProDays 2026 festgehalten.
Das Elara ist weiterhin stark von Factors Rennrad-Plattformen inspiriert. Genannt werden ein Lenkwinkel zwischen 71,3 und 71,5°, ein Nachlauf von 61 mm, kurze Kettenstreben mit 420 bis 425 mm je nach Größe sowie eine Tretlagerabsenkung von 80 mm in Größe M und 82 mm in den Größen 49 und 52.
Außerdem spricht Factor von längerem Reach, reduziertem Nachlauf und einem tieferen Tretlager als beim Vorgänger. Das Ziel ist simpel: eine Sitzposition und Agilität nahe am Rennrad beibehalten und gleichzeitig die Höhe und Trägheit sehr breiter Reifen ausgleichen.
Das ist wahrscheinlich einer der kritischsten Punkte dieses Bikes. 57 mm Reifenfreiheit allein machen noch kein gutes, schnelles Gravelbike. Die Geometrie muss stimmig bleiben, das Rad darf nicht zu hoch bauen und die Lenkpräzision darf nicht leiden. Factor scheint in diese Richtung gearbeitet zu haben, aber ohne Praxistest bleibt es bei der technischen Einordnung.
Das Elara bleibt mit elektronischen 1x- und 2x-Antrieben von SRAM, Shimano und Campagnolo kompatibel. Das ist wichtig, denn nicht alle Gravel-Rennfahrer treffen die gleichen Entscheidungen: Manche bevorzugen den Einfachantrieb wegen der Einfachheit und der maximalen Reifenfreiheit, andere bleiben für schnelle Rennen und lange Rollpassagen beim Zweifachantrieb.
Eine Nuance ist jedoch zu beachten: Die maximale Reifenfreiheit von 57 mm gilt für den 1x-Aufbau. Bei 2x mit Umwerfer nennt Factor eine Kompatibilität mit 47-mm-Reifen.
Ein UDH-/Direct-Mount-Schaltauge ist vorhanden, ebenso ein integriertes Staufach im Unterrohr, zwei Flaschenhalteraufnahmen im vorderen Dreieck, ein Befestigungspunkt am Oberrohr und eine Aufnahme unter dem Unterrohr. Es bleibt ein Race-Bike, aber nicht völlig abgespeckt.
Die Top-Builds erhalten die Black Inc SIXTY FOUR Gravel – Laufräder, die klar auf Aero-Performance ausgerichtet sind. Factor nennt für diese Räder eine minimale Reifenbreite von 47 mm, was viel über das angestrebte Einsatzprofil aussagt.
Das Black Inc Aero Gravel Bar AB07 Cockpit folgt derselben Logik: einteiliger Lenker, leichter Flare, integrierte Computerhalterung und interne Leitungsführung. Factor betont eine Integration, die weiterhin servicefreundlich bleiben soll.
Bei den Preisen bleibt Factor sich treu. Das Elara startet bei 7 199 € als Rahmenset. Die kompletten Bikes klettern schnell: 10 999 € mit SRAM Force XPLR samt Leistungsmesser, 11 599 € mit Campagnolo Record 13X samt Leistungsmesser und 13 099 € mit SRAM Red XPLR samt Leistungsmesser.
Das sind hohe Beträge, selbst im aktuellen High-End-Gravel-Race-Kontext. Das Rad richtet sich klar an eine ambitionierte Zielgruppe: Wettkämpfer, Technik-Enthusiasten oder Fahrer, die eine radikale Maschine suchen und nicht maximale Vielseitigkeit.
Das Elara kommt für Factor zur richtigen Zeit. Der Gravel-Markt segmentiert sich zunehmend: Endurance, Adventure, Allroad, Ultra, europäisches Race, amerikanisches Race. Und an der Spitze werden die Räder weniger vielseitig, aber spezialisierter.
Dieses Factor will nicht alles können. Es zielt auf schnelle, ruppige Rennen ab – mit einem recht modernen Verständnis von Performance: schnell fahren heißt nicht mehr zwangsläufig schmal fahren.
Retrouvez toutes les caractéristiques ainsi que les détails techniques de ce produit.
| Einsatzbereich | Gravel-Race |
|---|---|
| Material | Carbon |
| Elektrische Unterstützung | Nein |
| Geschlecht | Unisex |
| Jahr | 2027 |
| Modell | Factor Elara Campa, Factor Elara Force, Factor Elara Red |
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