GRAVEL
ROAD

Der neue Garmin Edge 1060 ist da, und seine eigentliche Neuerung ist nicht der Bildschirm

Garmin erneuert das Spitzenfeld seiner Edge-Serie mit dem Edge 1060, einem GPS-Radcomputer für alle, die alles zentralisieren wollen: Navigation, Training, Sicherheit, Konnektivität und jetzt freihändige Sprachsteuerung.

Das Produkt wird in Frankreich für 799,99 € angekündigt, mit Bestellstart ab dem 23. Oktober. Es positioniert sich oberhalb des Garmin Edge 1050, der als Aushängeschild der Marke eingeführt wurde, und übernimmt einen Teil dieses sehr umfassenden Ansatzes.

🚀 Kurz gesagt:

  • Neuer High-End-GPS-Radcomputer, angekündigt für 799,99 €

  • Freihändige Sprachsteuerung dank integriertem Mikrofon

  • Akkulaufzeit bis zu 20 h, oder 60 h im Energiesparmodus

Die sichtbarste Neuerung ist weder der Bildschirm noch die Akkulaufzeit. Es ist das integrierte Mikrofon. Mit der Sprachsteuerung will Garmin ermöglichen, bestimmte Funktionen zu bedienen, ohne den Lenker loszulassen. Die Idee ist simpel: mit dem Computer sprechen statt eine Option auf dem Display zu suchen, vor allem wenn die Straße rumpelt, es regnet oder man in der Gruppe fährt.

Garmin weist allerdings darauf hin, dass die Leistung der Sprachsteuerung je nach Bedingungen variieren kann und dass die Funktion nur in bestimmten Sprachen verfügbar ist.

Was das integrierte Mikrofon wirklich verändert

Der Edge 1060 besitzt ein Mikrofon und einen Lautsprecher. Dieses Duo eröffnet mehrere Einsatzzwecke: Sprachbefehle, Sprachnavigation, Messaging über Garmin Messenger mit verbundenem Smartphone und die freihändige Meldung von Gefahrenstellen auf der Straße.

Garmin hebt die Aktivierung per Sprache mit der Formel „OK Garmin“ hervor. Ziel ist nicht, ein Gimmick zu starten. Auf dem Rad geht es vor allem um den schnellen Zugriff auf eine Information oder Aktion, ohne viele Handgriffe.

Ein Schlagloch melden, eine gesperrte Straße anzeigen oder eine Funktion abrufen, ohne die Fahrposition zu verlassen, kann sinnvoll sein. Voraussetzung ist jedoch, dass das System die Anweisungen im Windrauschen, in der Abfahrt oder in der Gruppe korrekt versteht. Genau solche Funktionen lassen sich typischerweise nicht anhand eines Datenblatts beurteilen.

Navigation: Garmin macht den Edge noch stärker zum Co-Piloten

Der Edge 1060 bleibt in erster Linie ein ausgewachsener Navigations-Radcomputer. Garmin kündigt eine fahrradgerechte Kartografie an, mit Profilen für Straße, MTB und Gravel, vorinstallierten Karten, Trailforks-Daten für MTB-Trails und mehreren bereits bekannten Funktionen aus dem Edge-Ökosystem.

Die Funktion „Auf meiner Route“ zeigt bestimmte kommende Points of Interest an: Cafés, Wasserstellen, öffentliche Toiletten. Das ist nicht spektakulär, aber genau solche Details verändern oft eine lange Ausfahrt. Seltener das Telefon aus der Tasche, weniger unnötige Stopps, mehr Vorausschau.

Der Computer bietet außerdem Routenoptionen je nach verfügbarer Zeit und Fahrradtyp, eine Vorschau der Strecke mit Distanz, Höhenprofil, Dauerabschätzung, Belagstyp, Abschnitten mit hohem Verkehrsaufkommen und gemeldeten Gefahren. Für den Einsatz auf Straße oder Gravel kann diese Voransicht verhindern, dass man blind einem in einer App nur „schönen“ Track folgt.

Innerhalb der Garmin-Palette ergänzt der Edge 1060 somit eine bereits sehr breite Familie, mit kompakteren Modellen wie dem Garmin Edge 850 / 550 für alle, die es kleiner, günstiger oder einfach mit weniger Funktionen möchten.

Touchscreen, Tasten und Akkulaufzeit: keine Revolution in Sicht

Der Edge 1060 behält einen hybriden Ansatz mit hellem, farbigem Touchscreen und physischen Tasten bei. Das ist bei einem derart umfassenden Radcomputer wahrscheinlich der richtige Kompromiss: Der Touchscreen ist komfortabel zur Kartenbedienung, während Tasten bei Regen, mit Handschuhen oder wenn die Ausfahrt etwas rauer wird, im Vorteil sind.

Bei der Batterie nennt Garmin bis zu 20 Stunden Laufzeit unter anspruchsvollsten Bedingungen und bis zu 60 Stunden im Energiesparmodus. Das sind große Zahlen, aber keine totale Zäsur im High-End-Edge-Universum. Interessant ist eher, ob der Radcomputer diese Zeiten mit Navigation, Sensoren, hellem Display und vernetzten Funktionen auch hält.

Ein weiteres Detail fällt auf: Reverse Charging. Der Edge 1060 kann ein anderes kompatibles Gerät, etwa ein Telefon oder ein Rücklicht, über ein kompatibles USB-C-Kabel notfalls aufladen. Garmin präzisiert, dass diese Funktion nicht für das Laden während der Aktivität gedacht ist. Also eher als Notlösung verstehen, nicht als Powerbank am Lenker.

Training: noch mehr Analysen, aber nicht ohne Sensoren

Garmin stapelt weiter Trainings-Tools: Trainingsstatus, tägliche Vorschläge, Garmin Coach fürs Radfahren, Wärme- und Höhenakklimatisierung, Stamina in Echtzeit, Leistungsleitfaden, ClimbPro, Strava Live-Segmente, Cycling Dynamics, Ernährungs- und Trink-Erinnerungen.

Die Plattform ist extrem umfassend. Einige der fortgeschrittenen Funktionen erfordern jedoch einen Leistungsmesser, einen Herzfrequenzgurt oder beides. Wichtig zu beachten: Der Kauf des Radcomputers schaltet nicht automatisch die ganze Vielfalt der Metriken frei, wenn das Rad nicht entsprechend ausgestattet ist.

Der Leistungsleitfaden stützt sich beispielsweise auf Stamina, Höhe und sogar den Wind, sofern die Verbindungsbedingungen gegeben sind. Die Analyse der Übersetzung verlangt ein kompatibles elektronisches Schaltwerk. Auch die Cycling Dynamics benötigen das passende Sensor-Ökosystem.

Der Edge 1060 zielt damit klar auf bereits gut ausgerüstete Radsportler oder auf diejenigen, die eine vollständige Garmin-Umgebung rund um ihre Praxis aufbauen wollen.

Sicherheit und Konnektivität: das Garmin-Ökosystem komplett

Der Radcomputer ist kompatibel mit Varia-Geräten, Smarttrainern, bestimmten E-Bikes wie den Bosch Smart Systemen oder Shimano, kompatiblen elektronischen Schaltungen, Garmin Share, Connect IQ und Garmin Pay.

Unfallerkennung, LiveTrack, Fahrrad-Alarm mit PIN-Code und inReach-Kompatibilität sind ebenfalls an Bord. Auch hier erfordern mehrere Funktionen ein verbundenes Smartphone, die Garmin-Connect-App oder im Fall von inReach ein Satellitenabonnement.

Garmin fügt außerdem eine integrierte Klingel hinzu, die durch zweimaliges Tippen auf den Bildschirm ausgelöst wird. Das wirkt vielleicht nebensächlich, ist auf gemeinsamen Wegen oder in der Stadt jedoch manchmal hilfreicher als eine weitere Statistik.

Unser Blick auf den Garmin Edge 1060

Der Edge 1060 wirkt nicht wie ein einfach nur „leistungsstärkerer“ Computer. Garmin ergänzt vor allem eine Ebene der Interaktion per Sprache, was sehr praktisch werden kann, wenn die Umsetzung überzeugt. Das Produkt bleibt in der Kontinuität des Edge 1050: großes Display, erweiterte Kartografie, umfangreiche Trainingsfunktionen, Sicherheit, breite Konnektivität.

Sein Preis von 799,99 € richtet sich zwangsläufig an ein anspruchsvolles Publikum. Das ist nicht der Computer für Radler, die sonntags nur einer GPX-Spur folgen wollen. Es ist ein Modell für alle, die Navigation, Trainingsdaten, Sensoren, Warnungen und das Garmin-Ökosystem wirklich täglich nutzen.

Die eigentliche Frage ist einfach: Bringt die Sprachsteuerung auf dem Rad einen konkreten Gewinn oder ist sie nur eine weitere Funktion in einem ohnehin schon sehr dichten Computer? Um das zu wissen, muss man ihn fahren, mit Handschuhen bedienen, im Wind, auf ruppiger Straße, im Gravel – und nicht nur in einem Launch-Video.

Der Garmin Edge 1060 hakt viele Kästchen ab. Es bleibt zu sehen, ob das Sprechen mit dem Computer zur zweiten Natur wird oder ob Tasten am Ende doch die besten Freunde des eiligen Radfahrers bleiben.

Zusätzliche Informationen

Jahr

2026

GP – Garmin edge 1060
Garmin Edge 1060
„Ein sehr umfassender Radcomputer, der vor allem auf Sprachsteuerung setzt.“
$799.99
ANGEBOT ANSEHEN →

🍪 We use cookies to support you during your visit (and to keep hunger knocks at bay too!)