Pinarello erweitert seine Endurance-Palette um eine neue Stufe. Wenige Wochen nach dem Dogma X, dem hochklassigen Aushängeschild für schnelle Langdistanzen, stellt die italienische Marke die New X Series vor: eine Familie von Endurance-Rennrädern, weniger exklusiv, breiter aufgestellt und vor allem mit weniger einschüchternder Positionierung.
Die Idee ist klar: Ein Teil der Pinarello-DNA – asymmetrische Linienführung, präzises Handling, saubere Integration – bleibt erhalten, wird aber auf ein Rad übertragen, das lange Touren ermöglicht, ohne das physische Niveau oder das Budget eines Dogma X zu verlangen.
🚀 Kurz gesagt:
Neue Endurance-Rennrad-Serie unterhalb des Dogma X
Reifenfreiheit bis 40 mm angekündigt – für mehr Vielseitigkeit
Interner Stauraum im Unterrohr
Die New X Series bleibt eine Endurance-Rennrad-Plattform, mit großzügiger Reifenfreiheit und einigen modernen Details, die den Einsatzbereich erweitern.
Die Einführung der New X Series bestätigt eine recht klare Segmentierung bei Pinarello. Das Dogma X behält die Rolle des sehr hochklassigen Endurance-Modells, nahe an der Rennkultur, während die X Series einen offeneren Bereich besetzt: lange Ausfahrten, unebene Straßen, Fahrer, die Effizienz wollen, ohne ständig in einer aggressiven Position zu sitzen.
Pinarello gibt an, dass die Geometrie länger, höher und komfortabler bleibt als beim Dogma X. Der Endurance-Markt neigt dazu, sich in zwei Familien zu teilen: Räder, die körperlich wirklich wenig fordern, und leicht entschärfte Renner.
Hier scheint die New X Series klar die erste Rolle zu übernehmen. Mit einer Einschränkung: Es bleibt Pinarello – also eine sportliche Auslegung von Endurance, keine alltagsorientierte oder Ultradistanz-Auslegung.
Das sichtbarste technische Detail bleibt das X-Stays 2.0-System, eine Doppelstreben-Architektur der Sitzstreben, mit der Pinarello Vibrationen filtert. In dieser neuen Version ist der Anlenkpunkt abgesenkt und die Geometrie überarbeitet, um Vibrationen über vier Verbindungspunkte besser zu verteilen.
Das ist eine stimmige Wahl für ein modernes Endurance-Rennrad. Lange Distanzen gewinnt man nicht nur mit aufrechteren Positionen. Entscheidend ist auch die Fähigkeit von Rahmen, Sattelstütze und Reifen, Ermüdung möglichst lange hinauszuzögern.
Pinarello kündigt außerdem eine neue adaptive Sattelstütze mit 10 mm longitudinalem Flex an. Das ist typischerweise eine Zahl, die man als das nehmen sollte, was sie ist: ein Konstruktionshinweis, keine Garantie für magischen Komfort.
Aber sie weist die Richtung. Die Marke will ein effizientes Rad bewahren und zugleich dort vertikale Dämpfung hinzufügen, wo der Fahrer sie am stärksten spürt: Sattel, Becken, unterer Rücken.
Die Parallele zu anderen aktuellen Endurance-Rädern ist offensichtlich. Das Cannondale Synapse oder das Canyon Endurace CF SLX spielen ebenfalls in dieser Zwischenzone zwischen Effizienz auf der Straße, Komfort und Reifenwahl.
Die Zahl, die den Einsatz wohl am stärksten verändert, ist die angekündigte Reifenfreiheit: bis zu 40 mm.
Für ein Endurance-Rennrad ist das großzügig. Damit lassen sich sehr unterschiedliche Aufbauten denken: breite Straßenreifen in 32 oder 34 mm, um Dynamik zu bewahren, komfortablere Tubeless in 35 oder 38 mm, oder ein sehr nachgiebiger Aufbau für schlechte Straßen, Kopfsteinpflaster, gut fahrbare weiße Schotterwege sowie lange Ausfahrten auf unsicherem Belag.
Pinarello macht die X Series damit jedoch nicht zum Gravelbike. Geometrie, Intention und Kategorie bleiben Straße. Mit 40 mm gewinnt das Rad aber den Spielraum, den viele Fahrer heute bei einer Endurance-Maschine erwarten.
Das unterscheidet diese X Series auch vom Dogma X, der auf 35 mm begrenzt ist. Das prestigeträchtigste Modell bleibt sportlicher, exklusiver. Die X Series wirkt paradoxerweise offener in ihren Einsatzmöglichkeiten.
Weitere willkommene Neuheit: Das Unterrohr integriert eine Serviceklappe, in die ein kleines Tool-Täschchen passt – gedacht insbesondere für Pannenreparaturen.
Das ist nichts Spektakuläres. Auf einem Endurance-Rad ergibt es aber Sinn. Lange Ausfahrten erzwingen stets denselben Kompromiss: leicht unterwegs sein, aber nicht ohne Schlauch, Dichtfäden, Kartusche, Reifenheber oder Multitool starten.
Die Integration in den Rahmen sorgt für eine saubere Linie und reduziert Zubehör rund um den Sattel. Nicht unverzichtbar, aber eine Funktion, die man auf einem modernen Rad schnell vermisst, wenn sie fehlt.
Die New X Series übernimmt auch das elliptische Steuerrohr der neuesten Pinarello-Generation, mit komplett intern verlegten Leitungen im Frontbereich. Laut Marke zielt diese Lösung nicht auf maximale Aerodynamik-Optimierung, sondern eher auf Torsionssteifigkeit und Präzision des Vorderbaus.
Das ist eine interessante Entscheidung, weil sie dem etwas automatischen Narrativ des Endurance-Rennrads entgeht, das alles können will: Komfort, Aero, Tempo, Stabilität, totale Vielseitigkeit. Hier stellt Pinarello vor allem die Kontrolle in den Vordergrund – besonders auf langen Abfahrten und unebenem Terrain.
Bleibt die übliche Kehrseite der Integration: potenziell aufwendigere Wartung, weniger einfache Cockpiteinstellungen und stärkere Abhängigkeit von markeneigenen Standards. Nichts Ungewöhnliches für ein Rad dieser Klasse, aber man sollte es im Hinterkopf behalten.
Die Serie gibt es in mehreren Carbonstufen. X9 und X7 verwenden T900, dargestellt als der beste Ausgleich zwischen Reaktivität, Gewicht und Vibrationsdämpfung, mit stärkerer Performance-Ausrichtung.
X5 und X3 setzen auf T700, laut Pinarello mit ausgeprägterer Dämpfungsfähigkeit, bei weiterhin hohem Wirkungsgrad. Der X1 nutzt T600, stärker auf Komfort ausgerichtet, mit unidirektionalem Finish.
Diese Hierarchie ist klassisch, macht die Serie aber besser verständlich. Das Topmodell zielt auf Fahrer, die ein spritziges Endurance-Rennrad wollen. Die unteren Versionen sprechen eher jene an, die Komfort, Stabilität und das Pinarello-Image suchen, ohne die schärfste Konfiguration anzustreben.
Bemerkenswert: Die angekündigten Ausstattungen sind ausschließlich mit Shimano. X9 mit Dura-Ace Di2, X7 mit Ultegra Di2, X5 und X3 mit 105 Di2, X1 mit mechanischer 105.
Das vereinfacht die Einordnung der Serie. Es begrenzt aber auch die Auswahl.
Die New X Series trifft auf ein sehr aktives Segment: Endurance-Rennräder, die schnell und lange fahren können und dabei breite Reifen aufnehmen, ohne ins Gravel-Segment zu wechseln. Für viele Fahrer ist das heute wohl eine der relevantesten Kategorien.
Pinarello bricht nicht mit seinen Codes. Die Linie bleibt sehr identifizierbar, die technische Ausrichtung sportlich, die Integration sauber, und die Carbon-Hierarchie deckt mehrere Profile ab. Die 40 mm Reifenfreiheit und der interne Stauraum geben dem Rad eine ausgesprochen aktuelle Dimension.
Die Grenze liegt derzeit vor allem im Mangel an Vielfalt bei den Ausstattungen. Der angekündigte Komfort durch X-Stays 2.0, die adaptive Sattelstütze und die offenere Geometrie muss sich auf der Straße, auf langen Ausfahrten, mit echten Reifen und echten Sattelstunden bestätigen.
Die Richtung stimmt jedoch: Die X Series scheint das rationalste Endurance-Pinarello der Palette zu sein – eines, das den realen Einsatz stärker in den Vordergrund stellt als reinen Prestigeanspruch.
Retrouvez toutes les caractéristiques ainsi que les détails techniques de ce produit.
| Einsatzbereich | Allroad-Fahrrad |
|---|---|
| Material | Carbon |
| Elektrische Unterstützung | Nein |
| Geschlecht | Unisex |
| Jahr | 2027 |
| Modell | Pinarello X1 105, Pinarello X9 Dura Ace |
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