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Test CamelBak Chase Adventure 8 Vest: ein imposanter Trinkrucksack, der sich auf dem Rad fast vergessen lässt

Für lange Radausfahrten hängt die Wahl des Rucksacks stark davon ab, was man mitnehmen möchte.

Zwischen minimalistischen Modellen für ein paar Stunden im Sattel und Rucksäcken, die ein echtes Abenteuer begleiten können, sind die Anforderungen natürlich nicht dieselben.

Mit dem Chase Adventure 8 Vest setzt CamelBak auf Kapazität und Vielseitigkeit: 8 Liter Stauraum und eine Crux-Trinkblase mit 2 Litern.

Unser Kurzfazit 👇

Stärken:

Verbesserungswürdig

Das Modell ist für lange Tage auf dem Rad konzipiert, mit robuster Konstruktion und großzügigem Volumen. Weit entfernt von einem ultraleichten Rucksack erinnert der Chase Adventure 8 Vest eher an eine Wanderausrüstung. Dieser Eindruck verfliegt jedoch schnell, sobald man auf dem Rad sitzt.

Ein sehr stimmiger erster Eindruck

Schon beim Öffnen des Pakets vermittelt der Chase Adventure 8 Vest den Eindruck eines sehr gut verarbeiteten Produkts. Der pastellblaue, beim von mir erhaltenen Modell beinahe türkisfarbene Farbton ist originell und verleiht ihm Persönlichkeit. CamelBak bietet dasselbe Modell in verschiedenen Farben an.

Die Verarbeitung ist ausgezeichnet. Die Nähte sind sauber, die Reißverschlüsse ebenso, und insgesamt wurde kein Detail vernachlässigt.

Sogar die verschiedenen Riemen werden fixiert, damit nichts lose herabhängt. Ein Detail, das jedoch zum Eindruck eines durchdachten Produkts beiträgt.

CamelBak achtet auch auf die Präsentation. Die verschiedenen Fächer sind direkt über die mitgelieferten Hinweise gekennzeichnet, sodass man schnell versteht, wofür sie gedacht sind. Man muss nicht sofort zum Telefon greifen, um die Produktseite zu konsultieren: Die Organisation des Rucksacks erschließt sich recht natürlich.

Diese erste Begutachtung bestätigt vor allem eines: Der Chase Adventure 8 Vest ist ein richtig robuster Rucksack. Er ist eindeutig kein Equipment, das für Rennen oder zum Einsparen einiger Dutzend Gramm gedacht ist. Sein Fokus liegt woanders.

Die Anpassung braucht etwas Zeit

Der erste Kontakt mit dem Rucksack erfordert vor der Ausfahrt einen kleinen Zwischenschritt. Zuerst müssen die hinten liegenden Riemen eingestellt werden, damit der Rucksack korrekt auf dem Rücken sitzt, anschließend die beiden Brustgurte für einen passenden Halt.

Bei mir hat diese erste Anpassung gut ein Dutzend Minuten gedauert. Nichts Kompliziertes – die verschiedenen Riemen lassen sich leicht bedienen -, aber es ist nicht die Art Rucksack, die man aus der Verpackung nimmt und sofort losfährt.

Ich musste die richtige Kombination finden, damit er auf Höhe der Schulterblätter gut ausbalanciert ist. Ist dieser Schritt erledigt, musste ich kaum noch etwas ändern. Lediglich auf einer Ausfahrt habe ich die Spannung leicht nachgestellt, da der Rucksack dazu neigte, etwas nach links zu ziehen.

Die vorgesehenen Fixierungen, um die Gurtlängen zu halten, machen ihren Job ebenfalls sehr gut: Nichts baumelt, alles bleibt ordentlich.

Wenn alles korrekt eingestellt ist, ist der Kontrast ziemlich erstaunlich: Das große Volumen des Rucksacks ist auf dem Rücken deutlich weniger wahrnehmbar.

Ein besonders effektiver Halt auf Wegen

In diesem Punkt hat mich der Chase Adventure 8 Vest wirklich überzeugt. Richtig positioniert, bewegt sich der Rucksack nicht mehr – auch nicht auf wirklich zerfurchten Wegen.

Ich hatte weder ein Auf- und Abhüpfen noch andere unerwünschte Bewegungen, und das auf Untergründen, auf denen ein schlechter Halt schnell spürbar geworden wäre.

Die beiden Brustgurte tragen viel zu diesem Verhalten bei. Der erste ist recht fest und presst den Rucksack sauber an den Körper.

Der zweite ist elastischer, was mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht und gleichzeitig den unteren Brustbereich stabilisiert.

Gut gefallen hat mir auch ihre Breitenverstellung: Sie gleiten auf einer Schiene und lassen sich so präzise an den eigenen Körperbau anpassen. In dieser Familie der getragenen Hydrationslösungen bleibt der Halt oft der wahre Prüfstein, wie wir bereits mit der Hydrationsweste Velocio gesehen hatten.

Das Einzige, woran ich mich gewöhnen musste, ist das Geräusch des Wassers in der Trinkblase, wenn der Untergrund ruppiger wird. Der Rucksack selbst bleibt jedoch perfekt an Ort und Stelle.

Komfort, selbst mit gut gefülltem Rucksack

Das ist wahrscheinlich einer der Aspekte, die mich am meisten überrascht haben. Ich fahre so gut wie nie mit Rucksack und hatte daher erwartet, seine Präsenz stärker zu spüren. Im Gegenteil – einmal angelegt, wird er schnell unauffällig.

Die Last ist gut verteilt und ich habe weder Reibungen noch besondere Beeinträchtigungen am Rücken oder an der Brust festgestellt. Selbst mit den Werkzeugen und dem Material, das ich dabeihatte, blieb das Tragen angenehm.

Auf einer langen Ausfahrt habe ich gegen Ende des Tages dennoch eine leichte Kompression an der linken Schulter gespürt. Das als echten Mangel des Rucksacks zu werten, fällt schwer: Ich bin schlicht nicht gewohnt, mit etwas auf dem Rücken zu fahren, und habe meine Position vermutlich entsprechend angepasst.

Die Brusttaschen sind zudem sehr praktisch, um häufig genutzte Dinge griffbereit zu halten. Die schräge Öffnung erleichtert den Zugriff auf Gels, Fruchtpasten, kleine Werkzeuge oder Schlüssel wirklich.

Mein Telefon habe ich weiterhin in den Trikottaschen getragen – unter anderem, weil ich das dafür vorgesehene Fach an der Brust nicht bequem fand, sobald das Telefon dort platziert ist. Es fasst mein Smartphone, wird dann aber recht eng und die entstehende Kompression an dieser Stelle gefällt mir nicht. Bei einem sehr großen Telefon wäre ich zudem eher skeptisch, was die Kapazität dieses Fachs angeht.

Ein Rucksack, der im Sommer warm wird

Das ist letztlich der wichtigste Kompromiss, den ich auf meinen sommerlichen Ausfahrten festgestellt habe.

Ich habe den Chase Adventure 8 Vest bei mehr als 30 °C genutzt und keine besonderen Probleme bei der Schweißableitung festgestellt. Das Mesh leistet ordentliche Arbeit und ich hatte nicht den Eindruck, wegen des Rucksacks ungewöhnlich stark zu schwitzen.

Dafür hält er warm. Sein Volumen, seine Konstruktion und die Dicke mancher Materialien vermitteln schlicht das Gefühl, eine zusätzliche Schicht am Körper zu tragen.

Am deutlichsten habe ich das am Rücken gespürt und in geringerem Maß an der Brust.

Im Herbst oder Frühling dürfte diese Eigenschaft deutlich weniger störend sein.

8 Liter, um wirklich Ausrüstung unterzubringen

Mit seinen 8 Litern setzt der Chase Adventure 8 Vest klar auf Volumen. Und dieses Volumen ist nicht künstlich: Die verschiedenen Fächer sind wirklich nutzbar und gut verteilt.

Die vollen 8 Liter habe ich auf meinen Ausfahrten nicht genutzt, die zwar lang waren, aber keine mehrtägigen Abenteuer darstellten. Dafür habe ich den Rucksack bewusst beim Pendeln mit dem Rad eingesetzt, um zu sehen, was realistisch hineinpasst. Die Antwort ist einfach: viel.

Die verschiedenen Bereiche erschienen mir sinnvoll und ich habe kein Fach entdeckt, dessen Nutzen ich nicht verstanden hätte. Werkzeuge finden leicht ihren Platz, ebenso Kleidung oder zusätzliche Utensilien. Ohne Trinkblase wird das verfügbare Volumen sogar besonders großzügig.

Es ist also ein Rucksack, mit dem man tatsächlich einen Teil der Ausrüstung transportieren kann, die man sonst am Rad verteilen würde.

Für mehrtägiges Bikepacking ist es dennoch nicht unbedingt meine bevorzugte Lösung: Ich vermeide persönlich lieber, auf langen Touren etwas auf dem Rücken zu tragen.

Wer diese Konfiguration schätzt, findet hier jedoch eindeutig Potenzial.

Eine Trinkblase, die sich sehr angenehm nutzen lässt

Die 2-Liter-Crux-Trinkblase passt besonders gut zu meinem Einsatz, da ich auf dem Rad viel trinke.

Zwei Liter bieten bereits einen komfortablen Vorrat, und das Befüllen ist dank der großen Öffnung und des Griffs, mit dem sich die Blase gut halten lässt, sehr einfach.

Diese große Öffnung erleichtert auch die Pflege, etwa mit einer einfachen Bürste. Der Schlauch kann von der Blase getrennt werden, um die Reinigung zu optimieren.

Auch die Nutzung während der Fahrt hat mich positiv überrascht.

Der Schlauch wird von zwei Clips gehalten und lässt sich zum Trinken leicht ausklicken. Der Durchfluss ist sehr ordentlich und das Mundstück lässt sich ausrichten, um eine bequeme Position zu finden. Man muss sich lediglich am Anfang daran gewöhnen: Man muss ansaugen, damit das Wasser kommt, was bei den ersten Anwendungen weniger intuitiv wirken kann.

Ist diese Gewohnheit einmal verinnerlicht, wirkt das System sehr natürlich. Ich habe sogar festgestellt, dass ich mehr trinke als mit Trinkflaschen, einfach weil Wasser ständig verfügbar ist und man leichter ans Trinken denkt.

Ich habe das Ventil übrigens dauerhaft geöffnet gelassen und den Schlauch nach dem Trinken einfach wieder in die beiden Clips gesteckt. So verhindert das System, dass Wasser ausläuft, was die Nutzung besonders praktisch macht.

Zwei Podium Dirt Series Chill als Ergänzung

Ich habe den Rucksack außerdem mit zwei CamelBak Podium Dirt Series Chill 620 ml genutzt. Auch hier gibt es kaum etwas zu beanstanden.

Sie sitzen perfekt in den Flaschenhaltern, auch auf ruppigen Passagen, und sowohl das Greifen als auch das Zurückstecken während der Fahrt sind sehr einfach.

Besonders gut gefallen hat mir ihr Ventil: Das Wasser stoppt sofort, sobald man den Druck von der Flasche nimmt. Es ist daher nicht nötig, die Flaschen zwischen zwei Schlucken zu schließen: Lässt man den Druck los, läuft dank des integrierten Ventils kein Wasser aus.

Der Durchfluss ist hoch, bleibt aber perfekt kontrollierbar, sodass man schnell trinken kann, ohne sich anstrengen zu müssen.

Die doppelwandige Isolierung verlangsamt außerdem das Aufheizen des Wassers – angenehm, wenn die Temperaturen steigen.

Die Schutzkappe reduziert zudem Spritzer auf das Mundstück, auch wenn sie im Schlamm natürlich keine Wunder vollbringen kann.

Schließlich ist die Reinigung besonders einfach, da sich das gesamte Ventil demontieren lässt und die Flasche komplett spülmaschinengeeignet ist.

Auch die Verarbeitung und die von mir erhaltene Farbe sind tadellos.

Mein Fazit zum CamelBak Chase Adventure 8 Vest

Für eine große Gravel-Ausfahrt, eine mehrtägige Tour oder einen Raid ergibt seine Organisation vollends Sinn. Die Konstruktion ist wirklich robust und wirkt vertrauenerweckend, ohne den Komfort zu opfern, sobald man die richtige Position gefunden hat.

Man muss lediglich seine Statur und die zusätzliche Wärme akzeptieren, die er im Hochsommer bringen kann. Und vor allem sollte man es mögen, mit einem Rucksack auf dem Rücken zu fahren.

Das ist letztlich das, was mich am Chase Adventure 8 Vest am meisten überrascht hat. Als ich ihn zum ersten Mal sah, dachte ich, er sei riesig. Mit seinen 8 Litern und der 2-Liter-Blase erinnert er tatsächlich eher an einen kleinen Wanderrucksack als an minimalistisches Rad-Equipment.

Und doch vergisst man ihn schnell, sobald er sitzt. Angesichts seines Volumens ist das bemerkenswert: Man hat nicht das Gefühl, mit einem riesigen wasserbeladenen Rucksack auf dem Rücken zu fahren.

CamelBak Podium Dirt Series Chill 620 ml
⭐️ 4.6/5
„Praktische, stabile und gut geschützte Trinkflasche mit sehr effizientem Ventil“
CamelBak Chase Adventure 8 Vest
⭐️ 4.4/5
„Großes Volumen, überraschend stabil – sofern man die zusätzliche Wärme in Kauf nimmt“

Der Chase Adventure 8 Vest erfüllt sein Versprechen also voll und ganz. Er ist kein Rucksack, um Gramm zu sparen, sondern eine Ausrüstung für alle, die viel Material mitnehmen, einen echten Wasservorrat dabeihaben und über die Dauer einen guten Komfort behalten wollen.

Seine Verarbeitung, seine Organisation und seine Robustheit machen ihn zu einem glaubwürdigen Begleiter für Ausfahrten, bei denen Autonomie und Transportkapazität im Vordergrund stehen.

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