Der Racemax war nie als Abenteuer-Gravelbike gedacht. Bei 3T bleibt er das Rad fürs Schnellfahren – mit einem Fuß auf der Straße, dem anderen auf den Wegen. Der neue 3T Racemax+ WPNT ändert daran nichts, er weitet den Ansatz vielmehr aus.
Die italienische Marke stellt diese neue Version als Weiterentwicklung des 2020 vorgestellten Racemax vor: mehr Reifenfreiheit, sechs Größen, eine angepasste Geometrie und ein niedrigerer Preis als bei den Reihen ITALIA und ITALIA X. Der Rahmen wird nicht in Italien gefertigt, aber er wird im 3T-Werk in Presezzo nahe Bergamo lackiert und montiert.
🚀 Kurz gesagt:
Neues schnelles Gravelbike von 3T, abgeleitet vom 2020 vorgestellten Racemax
Reifenfreiheit bis 51 mm WAM mit 1x, 48 mm mit 2x
Sechs Größen verfügbar, von XS bis XXL
Der greifbarste Punkt ist die Reifenfreiheit. Der Racemax+ WPNT ist auf Reifen mit einer realen Breite von 38 bis 48 mm WAM optimiert. WAM steht für Width As Measured und bezeichnet die tatsächliche Reifenbreite am montierten Laufrad – oft hilfreicher als die reine Flankenaufschrift.
Mit 1x-Antrieb nehmen Rahmen und Gabel bis zu 51 mm WAM auf, mit einem angegebenen maximalen RAM von 363 mm. Bei 2x liegt die Grenze bei 48 mm WAM. Das ist eine wichtige Weiterentwicklung für ein weiterhin auf schnelles Gravel ausgerichtetes Rad, denn der Markt ist klar zu breiteren Reifen übergegangen – selbst bei Rennmaschinen.
Diese Entscheidung positioniert den Racemax+ in einer interessanten Nische: offener als der frühere 3T Racemax, der auf schnelle 700c-Setups ausgerichtet war, aber weniger extrem als ein auf sehr großes Volumen ausgelegtes Bike wie das 3T Extrema Italia.
3T präsentiert den Racemax+ WPNT nicht als Bruch. Die Marke spricht eher von einer strukturellen, optischen und technischen Weiterentwicklung der ursprünglichen Plattform. Das Rad behält also seine Performance-DNA, aber mit einigen aussagekräftigen Anpassungen.
Stack und Reach steigen um 3 mm gegenüber dem bisherigen Racemax WPNT, außer in Größe XS. Die Kettenstreben verlängern sich auf 425 mm – weiterhin ein kurzer Wert, der helfen dürfte, bei hohem Tempo stabil zu bleiben. 3T nennt außerdem einen größeren Gabeloffset und einen steileren Lenkwinkel, um die direkte Lenkansprache zu erhalten.
Eine weitere sinnvolle Änderung: Die Palette umfasst nun sechs Größen, von XS bis XXL. Weniger spektakulär als ein neues Rohrprofil, aber für viele Fahrer vermutlich wichtiger.
Bei einem schnellen Gravelbike ist die Sitzposition entscheidend. Zu lang, zu niedrig, zu kompakt – das Rad kann schnell an Reiz verlieren, vor allem bei flotten Ausfahrten, in denen man viel Zeit am Lenker verbringt. Mit der erweiterten Größenauswahl will 3T den Racemax+ leichter an unterschiedliche Körpergrößen und -proportionen anpassbar machen.
Die Marke spricht von einer besseren Balance aus sportlicher Position, Stabilität und einfacherem Handling. Ein vorsichtiges Versprechen, aber stimmig mit der Einordnung des Rads: ein Gravelbike, um schnell zu fahren, an erste Rennen teilzunehmen oder auf größere Veranstaltungen zu zielen.
Der Racemax+ WPNT ist in der 3T-Hierarchie unter den Modellen ITALIA und ITALIA X angesiedelt. Der Rahmen wird in Asien aus Prepreg-Carbon gefertigt, anschließend in Italien lackiert und montiert.
Das ist relevant, weil es den Preis zum Teil erklärt. 3T nennt eine Ersparnis von rund 1.000 € gegenüber dem bisherigen Racemax WPNT bei vergleichbarer Ausstattung. Damit behält die Marke ein Stück ihrer Italien-Story – Lackierung, Montage, Produktkultur – ohne die Preise der in Italien gefertigten Rahmen zu verlangen.
Das macht den Racemax+ WPNT in der Palette auch klarer einzuordnen. Der Racemax² ITALIA steht für die radikalere, höherwertige Weiterentwicklung der Plattform. Der Racemax+ WPNT bleibt näher am Originalmodell, mit modernisierten technischen Entscheidungen und einem niedrigeren Einstiegspreis.
Der Rahmen setzt auf 3T Semi-Integrale, mit der Möglichkeit zur Führung von drei Leitungen. Er ist kompatibel mit mechanischen 1x-, elektronischen 1x- und elektronischen 2x-Antrieben. Der UDH-Standard ist ebenfalls vorhanden – heute bei modernen, performance-orientierten Gravelbikes fast unverzichtbar.
Das Programm startet mit einem Rahmenset für 3.200 €. Der Shimano-GRX-1×12-Aufbau mit Fulcrum Lite GR Laufrädern kostet 3.700 €. Zwei Varianten mit SRAM Rival XPLR AXS 1×13 sind ebenfalls vorgesehen: eine mit Fulcrum Lite GR Laufrädern für 4.600 €, die andere mit 3T Discus 40|30 Carbon-Laufrädern für 5.300 €.
Der Racemax+ WPNT wird in Foresta Green, Vela Beige und Quarzo Grey angeboten. Drei dezente Lackierungen im WPNT-Geist – lackiert in Italien im eigenen Werk.
Optisch bleibt das Rad den 3T-Codes treu: profilierte Rohre, kompaktes Heck, saubere Integration, voluminöse Gabel und viel Augenmerk auf die Freiräume um Reifen und Rahmen. Die Marke vertritt weiterhin eine stark Aero-geprägte Gravel-Vision.
Der 3T Racemax+ WPNT will nicht alle Kästchen des modernen Gravel abhaken. Er wird weder als Bikepacking-Rad präsentiert noch als ultrabequeme Maschine für sehr ruppiges Terrain. Sein Revier bleibt schnelles Gravel, intensive Ausfahrten, sportliches Allroad-Fahren und Rennen, bei denen Effizienz genauso zählt wie die Fähigkeit, unebene Wege wegzustecken.
Die interessanteste Entwicklung kommt von der Reifenfreiheit. Bis zu 51 mm mit 1x zu fahren, gibt mehr Spielraum, um das Rad an heutige Strecken anzupassen, die oft rauer sind als das sehr glatte Bild des Gravel-Rennsports. Der niedrigere Preis gegenüber den Italien-Reihen macht das Angebot ebenfalls zugänglicher – auch wenn der Einstieg absolut gesehen weiterhin im Premium-Segment liegt.
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