GRAVEL
ROAD

Test Elitewheels Drive G42 – schnelle, präzise Gravel-Laufräder

Die Elitewheels Drive G42 verfolgen ein klares Ziel: einen modernen, breiten, hohen, leichten Carbon-Gravel-Laufradsatz anzubieten, sportlicher als der Durchschnitt. Ein Paar, das nicht nur voluminöse Reifen wegsteckt, sondern dem Rad auch spürbar mehr Schwung verleiht.

Ich habe sie an einem Specialized Diverge montiert, als Ersatz für die serienmäßigen Roval Terra CL III. Das ist relevant, denn der Diverge ist von Haus aus ein eher komfortables, tolerantes Rad. Die G42 machen ihn nicht zur radikalen Rennmaschine, verändern aber seinen Charakter deutlich.

Unser Kurzfazit 👇
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GP – Elite wheels G42
Elite Wheels Drive G42
⭐️ 4.5/5
„Ein lebendiger, schneller Laufradsatz mit Fokus auf direktem Antritt“
$1,799
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Stärken:

Verbesserungswürdig

Ein Carbon-Gravel-Laufradsatz, ausgelegt für breite Reifen

Die Drive G42 basiert auf einer Carbonfelge mit 42 mm Höhe, 28 mm Innenweite und 36 mm Außenweite. Für ein Gravel-Laufrad ist das breit und modern. Sogar sehr breit, vergleicht man es mit vielen Laufrädern, die noch auf 23 bis 25 mm Innenweite ausgelegt sind.

Elitewheels gibt eine Kompatibilität mit 40 bis 60 mm breiten Reifen an, empfohlen wird 700 x 40C. Es handelt sich um eine Hakenfelge, kompatibel mit Schlauch und Tubeless, mit bereits montiertem Tubeless-Felgenband und Ventilen bei der Lieferung.

Diese Innenweite von 28 mm verändert die Reifenwirkung deutlich. Bei nominell 45 mm Reifen habe ich 47 mm gemessen, sobald sie auf den G42 montiert waren. Das ist nicht trivial: Der Reifen baut mehr Volumen auf, steht seitlich stabil und das Rad liegt ruhiger und stabiler.

Die Breite verlangt aber auch etwas Aufmerksamkeit. Bevor man solche Laufräder montiert, sollte man die tatsächliche Reifenfreiheit an Rahmen und Gabel prüfen – besonders, wenn man bereits mit voluminösen Reifen fährt. Am Diverge passt es, aber nicht jedes Bike bietet dieselben Reserven.

42 mm Bauhöhe - mehr Tempo, ohne zu übertreiben

Die 42 mm Höhe sind spürbar. Nicht wie eine sehr hohe Straßenfelge mit spürbarer Trägheit und großer Windangriffsfläche, sondern wie ein Laufrad, das bei höherem Tempo etwas mehr Stabilität gibt. Auf schnellen, rollenden Abschnitten halten die G42 das Tempo gut und verleihen dem Rad einen sportlicheren Charakter.

Im Vergleich zu den ab Werk montierten Roval Terra CL III am Diverge ist der Unterschied deutlich. Die Roval wirken etwas gutmütiger, wenn der Untergrund schlechter wird, rollen aber weniger frei. Die G42 bringen mehr Spannung und Reaktionsfreude ins Rad.

Es geht nicht um besser oder schlechter, sondern um Charakter. Mit den G42 rückt das Rad in Richtung Performance-Gravelbike: lebhafter, präziser, schneller auf rollenden Passagen. Die Roval bleiben toleranter, besonders wenn die Strecke wirklich ruppig wird.

Schlichte, gelungene Optik

Optisch setzen die G42 auf seidenmattes Carbon mit drei dezenten, silbernen Logos und einem größeren Schriftzug rund um das Ventil. Das wirkt sauber. Nicht auffällig-protzend, aber auch nicht völlig unsichtbar.

Mir gefällt dieses Finish, weil es dem Rad optisch Luft lässt. Man erkennt das Laufrad, aber es dominiert das Gesamtbild nicht. An einem Gravelbike, das optisch ohnehin durch Reifen, Bremsscheiben, eventuelle Taschen oder Rahmendetails viel zeigt, funktioniert diese Schlichtheit gut.

Am Diverge: strafferes, schnelleres Fahrverhalten

Der erste wirklich spürbare Effekt ist der Antritt. Wenn man nach einer Freilaufphase wieder Druck aufs Pedal bringt, reagiert das Laufrad schnell. Das Rad setzt ohne Trägheit um, mit sehr direkter Kraftübertragung.

Das fällt nicht zwingend auf einer langen Geraden auf, wenn man einmal rollt. Dort sorgen eher Felgenhöhe und das geringe Gewicht für das Geschwindigkeitsgefühl. Die Nabe selbst spürt man vor allem bei kurzen Antritten: enge Kurven, kleine Wellen, Rhythmuswechsel, technische Passagen mit kurzem Treten und Ausrollen.

Präzise in Kurven, aber nicht maximal dämpfend

In Kurven sind die G42 präzise. Die 28 mm Innenweite stützen den Reifen besser ab, besonders bei einer tatsächlichen Breite um 47 mm. Der Reifen verformt sich seitlich weniger, das Rad lenkt sauberer ein.

Diese Abstützung schafft Vertrauen, wenn der Untergrund sauber oder leicht locker ist. Das Laufrad schwimmt nicht, die Linie ist gut lesbar – mit diesem Gefühl von Steifigkeit, das das Rad direkter macht.

Wird der Boden jedoch wirklich ruppig, behalten die Roval Terra CL III den Komfortvorteil. Sie dämpfen stärker, verzeihen mehr und machen technische Abfahrten etwas weniger fordernd. Die G42 werden nicht so unkomfortabel, dass sie sofort ermüden, geben aber mehr Rückmeldung. Man muss den etwas direkteren Kontakt zum Terrain mögen.

Die 60T-Ratsche - das Detail, das man wirklich spürt

Elitewheels hebt einen einteiligen Titan-Freilaufkörper mit 60T-Ratsche hervor. Titan punktet vor allem bei der Haltbarkeit: Es ist unempfindlicher gegenüber Eindrücken der Kassette und reduziert langfristige Verschleißerscheinungen.

Die einteilige Bauweise verringert zudem die Anzahl mechanischer Schnittstellen. Weniger Teile bedeuten geringeres Risiko für Spiel oder Losdrehen.

Spürbar ist der Eingriffswinkel von 6 Grad. Bei jedem Wiederaufnehmen des Tritts greift der Freilauf schnell. Für dynamischen Gravel-Einsatz mit häufigen Antritten ist das ein echter Pluspunkt. Nicht spektakulär, nicht magisch, aber sehr konkret.

Freilaufgeräusch - präsent, aber nicht kreischend

Das Freilaufgeräusch ist gut abgestimmt. Bei niedriger Geschwindigkeit ist es vorhanden, aber relativ dezent – angenehm in technischen Passagen, in denen man häufig zwischen Treten und Ausrollen wechselt. Mit steigender Geschwindigkeit wird es lauter, ohne je wirklich übertrieben zu wirken. Eine gute Balance: laut genug, um bei Bedarf auf sich aufmerksam zu machen, ohne auf Dauer zu nerven.

Mir gefällt dieser progressive Charakter. Man kann auch leicht rückwärts kurbeln, um es bei Bedarf stärker hörbar zu machen. Unterm Strich: genau richtig.

1380 g - leicht, besonders bei dieser Breite

Elitewheels gibt 1380 ± 30 g pro Paar an – ohne Tubeless-Ventile und Felgenband. Für 42-mm-Gravel-Laufräder mit 28 mm Innenweite, Center Lock, Tubeless-Kompatibilität und schnell einrastendem Freilauf liegt das klar auf der guten Seite des Durchschnitts.

Es sind keine ultraleichten Laufräder. Der Reiz liegt vielmehr im Gleichgewicht aus Gewicht, Breite, Steifigkeit und Dynamik. Ein sehr leichter, aber zu schmaler Gravel-Laufradsatz hätte einen anderen Einsatzzweck. Hier zielen die G42 darauf ab, Tempo mit voluminösen Reifen zu verbinden.

Der Vergleich mit den Elitewheels Drive G36 ist spannend: Die G36 setzen stärker auf Vielseitigkeit, mit niedrigerer Felge und 25 mm Innenweite. Die G42 stehen für eine modernere, stärker performanceorientierte Ausrichtung.

Stahlspeichen, kontrollierte Spannung - weniger brachiale Steifigkeit

Das Vorderrad setzt auf eine 3X/radiale 2:1-Einspeichung mit 21 Speichen. Hinten sind es 24 Speichen, 1X/3X im Verhältnis 1:2. Verwendet werden Alpina Ultralite Aero Speichen und Sapim Secure Lock Nippel.

Elitewheels nennt eine kontrollierte Spannungsdifferenz von ≤ 7 kgf zwischen beiden Nabenseiten. Das ist ein technisches Detail, sagt aber etwas über die Auslegung: Die Marke zielt auf ein stabiles, zuverlässiges Laufrad mit besser verteilter Spannung ab.

In der Praxis hatte ich nicht das Gefühl eines total starr abgestimmten Laufrads, wie es manche sehr leistungsorientierten Carbon-Modelle vermitteln. Die G42 bleiben steif und präzise, aber die Stahlspeichen bringen im Vergleich zu extremeren Carbon-Speichenaufbauten etwas Nachgiebigkeit hinein.

Kompatibilität - modern für Gravel, ohne unnötige Exotenlösungen

Die G42 sind für 12 x 100 mm vorn und 12 x 142 mm hinten (Steckachsen) ausgelegt, mit Center Lock für die Bremsscheiben. Bei den Freilaufkörpern bietet Elitewheels Shimano HG, SRAM XDR und Shimano MS an.

Das freigegebene Fahrergewicht liegt bei 120 kg und der Laufradsatz ist UCI-homologiert. Letzteres wird für viele keine Rolle spielen, gibt aber einen Hinweis auf das geforderte Niveau der strukturellen Validierung.

Der auf der Elitewheels-Website genannte Preis liegt bei rund 1 100 €. Im Segment leistungsorientierter Carbon-Gravel-Laufräder ist das Preis-Leistungs-Verhältnis weiterhin offensiv: breite Felge, geringes Gewicht, schneller Freilauf, Titan-Freilaufkörper, saubere Verarbeitung. Um diese Wahl in einen größeren Kaufkontext einzuordnen, bleibt unser Ratgeber zu Carbon-Laufrädern im Gravel eine gute Grundlage.

Elite Wheels

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🏷️ Code GP15

Eine echte Performance-Option mit klarer Grenze

Die Elitewheels Drive G42 wollen nicht die komfortabelsten Gravel-Laufräder am Markt sein. Ihr Reiz liegt anderswo: Direktheit, gute Tempohaltung, moderne Breite und präzises Fahrverhalten.

Elite Wheels Drive G42
⭐️ 4.5/5
„Ein lebendiger, schneller Laufradsatz mit Fokus auf direktem Antritt“
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Mir gefällt, wie sie dem Diverge mehr Sportlichkeit verleihen, ohne in karikierte Härte zu verfallen. Das Laufrad bleibt gut fahrbar, nicht zuletzt dank der Stahlspeichen und des durch die Innenweite möglichen Reifenvolumens.

Der Kompromiss ist klar: mehr Dynamik, weniger Dämpfung als die serienmäßigen Roval. Für ein schnelles Gravelbike, ein performanceorientiertes Rad oder einen Aufbau, den man nervöser machen möchte, ergeben die G42 viel Sinn. Für lange Fahrten auf sehr ruppigem Terrain, bei denen maximale Nachgiebigkeit gefragt ist, würde ich einen toleranteren Laufradsatz wählen.

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