Die neue Zwift-Saison geht in mehrere Richtungen zugleich: ein überarbeitetes Smartbike, eine Erweiterung von Watopia, eine übersichtlichere Oberfläche, eine WHOOP-Integration und ein strukturierteres Racing-Angebot.
Für sich genommen wirkt jede Neuerung wie ein erwartetes Update. Zusammengenommen ist die Botschaft interessanter: Zwift will das Indoor-Training leichter zugänglich, einfacher nachzuverfolgen und persönlicher gestalten.
Wahrscheinlich liegt genau darin die eigentliche Neuerung. Nicht nur in den 18 zusätzlichen Kilometern in Watopia, sondern in der Art, wie die Plattform die kleinen Reibungen reduziert, die Radfahrende im Winter manchmal aus dem Tritt bringen.
🚀 Kurz zusammengefasst:
Zwift Ride V2 kommt zum gleichen Preis, mit mehr Verstelloptionen für die Sitzposition
Watopia bekommt ab dem 26. Oktober rund 18 km neue Straßen
WHOOP, Watt Lock und die neuen Startbildschirme zielen auf ein stärker personalisiertes Training
Zwift Ride V2: weiterhin 1.199,99 €, aber mit mehr Verstelloptionen
Die sichtbarste Hardware-Neuheit ist das Zwift Ride V2, ab sofort zum angekündigten Preis von 1.199,99 € erhältlich.
Zwift bleibt damit beim gleichen Preisniveau, überarbeitet aber mehrere praktische Punkte. Der Rahmen soll kompakter sein, mit einem angegebenen Größenbereich von 1,46 m bis 1,98 m. Das ist breit gefasst und vor allem wichtig für Haushalte, in denen mehrere Personen dasselbe Setup nutzen.
Eine weitere nützliche Änderung: Die Kurbeln sind verstellbar, mit fünf Längen: 160, 165, 170, 172,5 und 175 mm. Das mag wie ein Detail wirken, aber bei einem gemeinsam genutzten oder regelmäßig gefahrenen Indoor-Bike trägt die Kurbellänge deutlich zu Position und Tretkomfort bei.
Zwift kündigt außerdem eine neue Sattelstütze an, die eine präzisere Vor- und Zurück-Verstellung erlaubt. Auch das ist nicht spektakulär, aber genau die Art von Punkt, die zählt, wenn ein Smartbike nicht nur ein Wohnzimmer-Gadget, sondern eine echte Trainingsmaschine ist.
Für Besitzerinnen und Besitzer der ersten Version weist Zwift darauf hin, dass sich einige Elemente per Zubehör nachrüsten lassen, insbesondere die verstellbaren Kurbeln und die neue Sattelstütze. Gute Nachrichten.
Watopia bekommt 18 km und umgeht endlich den Epic KOM
Inhaltlich kündigt Zwift eine neue Erweiterung von Watopia für den 26. Oktober an. Sie fügt rund 18 km Straßen zwischen Jarvis und dem Jungle hinzu, in einer von der kalifornischen Westküste und Catalina Island inspirierten Umgebung.
Das wohl greifbarste Detail für viele Nutzerinnen und Nutzer: Diese Erweiterung führt eine Variante ohne nennenswerte Höhenmeter ein, mit der sich der Epic KOM umgehen lässt. Anders gesagt: Bestimmte Bereiche von Watopia lassen sich verbinden, ohne mitten in einer eigentlich lockeren Ausfahrt eine lange Steigung in Kauf nehmen zu müssen.
Zwift ergänzt zudem zwei Kriteriumsrunden, die fürs Racing ausgelegt sind. Diese Wahl ist kein Zufall. Die Plattform will ihre Nutzung offenbar klarer segmentieren: Erkundung, Grundlagen, Erholung, Badge-Jagd, aber auch kurze, spritzige Formate für alle, die Intensität suchen.
Diese Erweiterung wird in die Tour of Watopia integriert, geplant vom 5. Oktober bis 22. November, mit doppelten XP-Gewinnen und einer neuen ultimativen Herausforderung. Das neue Archipel soll ab dem Start am 26. Oktober zugänglich werden, der mit Etappe 4 des Events zusammenfällt.
WHOOP kommt in Zwift: erholungsbasiertes Training
Die WHOOP-Integration ist ab sofort verfügbar. Sie ermöglicht es Zwift, den WHOOP Recovery Score zu nutzen, um bestimmte Trainingsempfehlungen anzupassen.
Die Idee ist einfach: Ist der Erholungswert niedrig, kann Zwift eine Einheit vorschlagen, die besser zur Tagesform passt, statt mechanisch zu einer zu intensiven Session zu drängen.
Wie sich diese Empfehlung in der Praxis auswirkt, muss sich zeigen. Die Richtung ist jedoch interessant. Indoor-Plattformen haben lange den Fokus auf Leistung, Intervalle, Badges und Rennen gelegt. Hier ergänzt Zwift eine Schicht physiologischen Kontextes: Schlaf, Erholung, Tagesform.
Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Neuerungen für viel trainierende Radfahrende, denn das richtige Training ist nicht immer das, das am meisten wehtut. Manchmal ist es das, das man bewusst leichter gestaltet.
Watt Lock: Eine Taste, um eine Zielleistung zu halten
Eine weitere Neuerung im Oktober: Watt Lock.
Das Prinzip ist recht direkt. Während einer freien Ausfahrt können Nutzerinnen und Nutzer mit einem Klick eine Zielleistung fixieren. Mit den Controllern von Zwift Ride, Zwift Click oder Zwift Play lässt sich diese Leistung anschließend direkt während der Fahrt anpassen.
Das ist nicht exakt eine strukturierte Einheit. Es ist eher eine Möglichkeit, eine freie Ausfahrt in eine kontrollierte Belastung zu verwandeln, ohne eine komplette Trainingseinheit zu starten.
Für Regenerationsfahrten, lange Grundlagenabschnitte oder Tage, an denen man sich weder vom virtuellen Profil noch von anderen Zwiftern mitreißen lassen will, liegt der Nutzen auf der Hand.
Die Startbildschirme werden nützlicher
Zwift kündigt außerdem ein Update des Startbildschirms im Spiel für den 22. September an. Die neue Darstellung legt mehr Gewicht auf Planung und Fortschrittskontrolle, mit einem Widget für Wochenziele und Fortschrittsstatistiken.
Im Oktober ist dann die App Zwift Companion an der Reihe. Der Startbildschirm soll übersichtlicher werden, mit wichtigeren Informationen deutlicher hervorgehoben. Das wöchentliche Aktivitätsdiagramm wird unter anderem auf zwei Bildschirme aufgeteilt, um die Lesbarkeit zu verbessern.
Das ist nicht der glamouröseste Teil der Ankündigung, aber er zählt. Zwift Companion hat im Laufe der Jahre viele Funktionen angehäuft. Eine besser lesbare Oberfläche kann den Alltagseinsatz spürbar verändern.
Das Racing wird klarer strukturiert, nicht nur härter
Zwift erweitert auch sein Racing-Angebot um eine neue, permanente Serie: Zwift Racing, die im September in Partnerschaft mit Dura-Ace startet.
Es werden drei Formate angeboten: Zeitfahren, Kriterium und Epic. Ziel ist nicht nur, weitere Rennen in den Kalender zu stellen, sondern Nutzerinnen und Nutzer je nach aktueller Motivation besser zu leiten: kurzer Einsatz, individuelle Steuerung, längere Ausdauer.
Die Zwift Racing League kehrt im September ebenfalls zurück, mit einem niederschwelligeren Einstieg über die Einführungsfahrten Road to Zwift Racing League. Das ist durchaus willkommen. Für jemanden, der noch nie auf Zwift Rennen gefahren ist, kann das Ökosystem einschüchternd wirken: Kategorien, Taktik, Windschatten, Team, sehr explosive Starts.
Ein neues Format erscheint ebenfalls: Race of Truth, ein Punkterennen mit Massenstart, aber ohne Windschatten. Dieses Detail ändert viel. Ohne Drafting wird die taktische Dimension eine andere – näher an einem reinen Krafteinsatz, bei dem die Positionierung weniger zählt als die Fähigkeit, die eigene Leistung zu halten.