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ENVE Melee V2: 6,8 kg, 17 Watt gewonnen und 14 199 €

ENVE stellt das Melee V2 nicht als simple Modellpflege vor. Die US-Marke spricht von einem leichteren, schnelleren Rennrad, entwickelt mit einem klaren Ziel: Gramme und Watt sparen, ohne das Fahrverhalten des Melee zu verändern.

Der Rahmen bleibt in der spannenden Zone zwischen Aero-Rad und vielseitigem Race-Bike. Kein puristischer Kletterer. Aber auch keine radikale Aero-Maschine. Eher ein Rad, das als Gesamtsystem gedacht ist, in dem Rahmen, Cockpit, Flaschenhalter, Laufräder und die Fahrerposition ebenso zählen wie das Datenblatt.

🚀 Kurz gesagt:

  • Rahmen mit 791 g in Größe 56 in der Ausführung UL Black (Herstellerangabe)

  • Angegebener Aerogewinn von 17 Watt gegenüber dem Melee V1

  • Rahmenset für 4 999 €, RED-Kompletträder ab 14 199 €

Ein Rahmen unter 800 g

Die Zahl, die sofort ins Auge fällt, ist natürlich das Gewicht. ENVE nennt 791 g für den Rahmen in Größe 56 in der Ausführung UL Black, mit sichtbarem Carbon und reduzierten Grafiken. Das komplette Rad kann laut Marke auf 6,8 kg, mit SRAM RED aufgebaut, kommen, also genau an der UCI-Grenze.

Um das zu erreichen, hat ENVE die Oberfläche von Rahmen, Gabel und Sattelstütze um 7,5 % reduziert. Dieser Schritt verfolgt zwei Ziele gleichzeitig: Gewicht senken und die Aerodynamik verbessern. Genau hier unterscheidet sich das Melee V2 von klassischem Leichtbau: Es geht nicht nur darum, Material zu entfernen. Jede Form soll zur Aerodynamik beitragen.

Dieser Ansatz spiegelt wider, was man heute bei sehr hochwertigen Rennrädern sieht: Der Rahmen allein reicht nicht mehr. Das Rad muss mit Flaschen, Laufrädern, Cockpit und dem Fahrer funktionieren. 

Angekündigt: 17 Watt gegenüber dem Melee der ersten Generation

ENVE beziffert einen Gesamtgewinn von 17 Watt gegenüber dem Melee V1. Im Detail entfallen 11,4 Watt auf Rahmen, Gabel und Sattelstütze, 2,6 Watt auf die neuen SES Aero Bottle Cages und 3 Watt auf den Lenker sowie das neue, sehr dünne 1,2-mm-Lenkerband.

Wie immer bei solchen Zahlen muss man sie als das lesen, was sie sind: Messwerte aus einem präzisen Protokoll, keine universelle Zusage für jede Ausfahrt. Interessant ist jedoch die Methode. ENVE gibt an, das Melee V2 im Mercedes-AMG Petronas Windkanal in Silverstone entwickelt zu haben – mit Fahrer an Bord – nach dem hauseigenen Protokoll Real-World Fast.

Die Botschaft ist einfach: Das Rad ist nicht nackt, allein im Wind optimiert. Es wird mit dem entwickelt, was den Luftstrom auf der Straße tatsächlich beeinflusst: Beine, Flaschen, Laufräder, Position, Cockpit.

Die bewusste Wahl von BSA und 33-mm-Reifen

Zwei technische Entscheidungen verdienen einen genaueren Blick. Erstens verabschiedet sich ENVE vom T47-Tretlager des bisherigen Melee und kehrt zu einem BSA-Gewinde zurück. Das ist nicht die spektakulärste Wahl, aber ein bekannter, weit verbreiteter, wartungsfreundlicher Standard, der von vielen Mechanikern geschätzt wird.

Die andere Veränderung polarisiert stärker: Die Reifenfreiheit sinkt von 35 mm auf maximal 33 mm. In einer Zeit, in der viele Rennräder mehr Platz bieten, geht ENVE den entgegengesetzten Weg. 

Für einen rein performanceorientierten Straßeneinsatz sind 33 mm mehr als ausreichend. Das ermöglicht moderne, komfortable und schnelle Reifen, ohne in eine Allroad-Logik abzudriften. Diese Wahl schließt jedoch sehr breite Setups oder Misch-Einsätze etwas aus. Das Melee V2 will kein Allrounder für alles werden. Es bleibt in erster Linie ein Rennrad.

Ein Cockpit und Flaschenhalter als Teile des Systems gedacht

Das Melee V2 erhält die neue, integrierte SES Aero Road Bar. ENVE hebt eine Drop-Form namens Aergonomics hervor, mit einem im Unterlenkerbereich schmaleren Querschnitt. Die Idee ist zweifach: die Aerodynamik zu verbessern und die Position natürlicher zu machen, wenn man mit Druck im Unterlenker fährt.

Das Cockpit erhält zudem Komfort-Pads und ein sehr dünnes Lenkerband mit 1,2 mm. Auch hier zielt ENVE auf die Balance: den Luftwiderstand senken, Überflüssiges vermeiden und dennoch genug Komfort für den realistischen Renneinsatz bewahren.

Auch das Flaschenhaltersystem ist spezifisch. Die neuen SES Aero Bottle Cages positionieren die Flaschen tiefer im vorderen Dreieck, um ihren aerodynamischen Einfluss zu verringern. Wichtiger Punkt: Sie sind weiterhin für runde Standardflaschen konzipiert. Man muss nicht auf schwer ersetzbare, proprietäre Flaschen umsteigen.

Den zum Launch bereitgestellten Informationen zufolge sind der neue Lenker, die Flaschenhalter und die Laufräder auch mit dem Melee der ersten Generation kompatibel. Das ist ein nützliches Detail für aktuelle Besitzer – zumal angesichts des Preises dieser Komponenten.

Angekündigte Aufbauten und Preise

Das Melee V2 wird als Rahmenset für 4 999 € angeboten. Zwei Komplettaufbauten sind angekündigt: Melee V2 Premium RED für 14 199 € und Melee V2 PRO RED für 15 199 €.

Das Ausstattungsniveau lässt wenig Zweifel an der Zielgruppe. Das Melee V2 richtet sich an Fahrer, die eine sehr hochwertige, performanceorientierte Maschine mit echter Gewichts- und Aero-Obsession suchen.

Die SES 4.5 PRO Laufräder spielen in dieser Positionierung eine zentrale Rolle. ENVE nennt einen Satz mit 1 295 g, mit Carbonfelgen, Keramiklagern und einer Felgentiefe, die ein gutes Gleichgewicht zwischen Effizienz, Gewicht und Stabilität wahren soll. Bei einem Rad, das auf 6,8 kg kommen möchte und dennoch auf dem Flachen schnell bleiben will, ist diese Wahl naheliegend.

Zwei Farben werden angegeben: Ultralight Black mit viel sichtbarem Carbon sowie eine weiße Version. Letztere würde dem Gesamtgewicht des Rads zwischen 250 und 300 g hinzufügen. Anders gesagt: Bei ENVE wird die Lackierung fast zur Aufbaufrage.

Zusätzliche Informationen

Einsatzbereich

Rennrad

Material

Carbon

Elektrische Unterstützung

Nein

Geschlecht

Unisex

Jahr

2026

GP – Melee V2
ENVE Melee V2
„Extrem auf schnelle Straße getrimmt!“
$14,199

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